Dreierbeziehungen im sozialen Umfeld funktionieren selten ohne Konflikte. Das kann im Geschäftsleben anders sein.

Wie genau kann so eine Dreierbeziehung im unternehmerischen Zusammenhang aber aussehen?

Diese Frage zu beantworten setzt voraus, die Interessen der Beteiligten zu durchleuchten.

Die Bank im Spannungsfeld „Wirtschaftlichkeit – Risiko“

Die Sicht der Bank ist von immer stärkerer Regulierung geprägt. Finanzkrisen, Basel X.0 (I, II, III …) etc. hinterlassen Spuren. In erster Linie ist es das finanzielle Risiko, welches über Kreditvergaben und Konditionen entscheidet.

Zuletzt wurden die Vergaberichtlinien kontinuierlich verschärft. Aufgrund der konjunkturellen Situation im Euroraum ist dies durchaus nachvollziehbar.

Andererseits bedingt eben diese wirtschaftlich kränkelnde Situation, dass die Nachfrage nach Kreditfinanzierungen von KMU auch eher rückläufig ist. Darüber hinaus sind die verschärften Richtlinien auch nicht gerade hilfreich für unsere Unternehmer.

Nicht gerade die besten Voraussetzungen für heimische Banken.

Unternehmerisches Risiko hemmt auch KMU-Investitionen

Kommen wir zu den Unternehmern. Das finanzielle Risiko der Bank entspricht dem persönlichen Risiko des Unternehmers. Versetzten Sie sich einmal in die Lage des Unternehmers. Sie investieren eine Menge Ihres eigenen Geldes in Ihr Unternehmen. Geht die Investition auf, super! Geht sie nicht auf, werden Sie sich schnell Ihrer Verantwortung für Ihre Mitarbeiter und Familie bewusst; ganz zu schweigen von dem Firmenbetreuer Ihrer Hausbank.

Österreichische KMU sind trotzdem mit ihren Banken zufrieden. Wie oben schon erwähnt, sind es zwei Faktoren, welche die zurückhaltende Investitionstätigkeit bewirken: erstens die strenger werdenden Anforderungen der Banken und zweitens die Verunsicherungen aufgrund des wirtschaftlichen Ausblickes.

Und damit wird das Dilemma klar: beide Partner kämpfen mit denselben Herausforderungen –  einer unsicheren Zukunft und dem damit verbundenen unternehmerischen Risiko.

So weit so gut. Neu ist das ja nicht, und glaubt man den Wirtschaftsforschern, wird sich das so schnell nicht ändern.

Eingangs wurde eine Dreierbeziehung erwähnt. Wer genau ist nun aber der „Dritte“? Und warum geht es hier möglicherweise zu dritt leichter?

Eines ist klar: Niemand kann die Zukunft sicherer machen. Aber es gibt Wege, diese Unsicherheit zu managen.

Was unterscheidet die „Großen“ von den „Kleinen“?

Sehen wir uns einmal die „Großen“ an. Wenn ein CFO (= Finanzvorstand) eines multinationalen Konzerns zu einem wichtigen Banktermin geht, ist eines sicher: Er hat eine Präsentation seines Vorhabens auf Hochglanzpapier in der Tasche. Die Präsentation stützt sich auf eine wasserdichte Analyse des Vorhabens. Außerdem beschreibt sie den klaren Zusammenhang zur Unternehmensstrategie, und fasst die Wirtschaftlichkeit in unumstößlichen Zahlen und Fakten zusammen. Unsicherheiten werden durch verschiedene Szenarien simuliert und bewertet. Das Ganze wird noch durch die Unterschrift eines Partners einer Top-10-Unternehmensberatung verbrieft, der unseren CFO idealerweise gleich persönlich begleitet.

Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass der CFO sein Anliegen durchbringt?

Damit halten sich die schlaflosen Nächte des Finanzvorstandes in Grenzen. Der Sachverhalt ist klar. Die Risiken sind bekannt. Da kann nicht mehr viel schiefgehen.

Und unsere KMU?

Eine Studie der Bank Austria hat gezeigt, dass 52 % unserer österreichischen KMU keinen schriftlichen Unternehmensplan haben.

Das bedeutet, dass weder der Bankberater noch der Unternehmer eine klare Sicht auf die Zukunft haben. Unternehmerische Risiken sind ihnen nicht bewusst; ebenso wenig wie die finanziellen Auswirkungen.

Unbestritten, die „Großen“ beschäftigen Heerscharen von Spezialisten. Außerdem bedienen sie sich teurer Berater. Aber trotzdem rechnen sich die Investitionen meist – denn die Kosten für Spezialisten und Berater sind in der Wirtschaftlichkeitsrechnung berücksichtigt. Das heißt, der Gewinn steigt mehr als die Kosten.

Ein exzellenter Handwerker ist ein exzellenter Handwerker. Manchmal aber fehlt betriebswirtschaftliches Know-how. Dieses ist notwendig, um die Anforderungen des Unternehmers mit den Anforderungen der Bank in Einklang zu bringen. Ein Unternehmensberater kann hier helfen.

Und damit haben wir unseren „Dritten“ im Bunde.

Was ist aber zu beachten, wenn Sie als KMU-Geschäftsführer einen Berater engagieren?

Idealerweise hat der Berater Kontakte zu Ihrer Hausbank. Damit weiß er, welche Informationen die Bank benötigt, um eine Finanzierung zu erstellen. Außerdem betrachtet der Berater Ihr Investitionsvorhaben immer aus Sicht Ihres Gesamtunternehmens. Wie wirkt sich die Investition auf die bestehenden Strukturen, Prozesse und die Mitarbeiter aus? Passt die Investition zur Gesamtstrategie des Unternehmens? Das sind typische Fragestellungen. Unsicherheiten in der Zukunft werden durch verschiedene Szenarien simuliert. Damit wissen Sie genau, wie Sie auf diese Unsicherheiten reagieren müssen. Berücksichtigen Sie die Kosten für die Beratung in der Investitionsrechnung. Dann können Sie sicher sein, dass sich diese auch tatsächlich rechnen.

Noch ein Tipp: Nutzen Sie den Berater als Impulsgeber. Er weiß, wie die Sache angepackt wird. Machen Sie als Unternehmer jedoch so viel wie möglich selbst. Das reduziert die Kosten für einen Berater. Viel wichtiger ist aber, dass Sie Ihr Vorhaben im Detail kennen. Sowohl das Bankgespräch als auch letztlich die Verwirklichung Ihrer Investition werden viel reibungsloser laufen.

Schlussendlich werden Sie viel besser schlafen können.

Auf den Punkt gebracht, profitieren Unternehmer, Bank und Berater von einer gezielten und professionellen Zusammenarbeit.

Der Berater kann auf ein erfolgreiches Projekt zurückblicken. Der Bankberater sieht das finanzielle Risiko klarer und kann die Finanzierung gezielt und effizient bearbeiten. Und der Unternehmer verringert sein unternehmerisches Risiko, weil sein Vorhaben ganzheitlich beschrieben und durchleuchtet ist.

Sie sehen, auch Dreierbeziehungen können sehr gut funktionieren.